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Chronik
100 Jahre Sportfreunde Ricklingen e. V.
1906 – 2006


Freie Turnerschaft Ricklingen im Zeitraffer der Geschichte

1906 Gründung der FT. Ricklingen unter dem 1. Vorsitzender August Rehbock. Mitgliedschaft der FT im Arbeitersportbund. Da die Benutzung der Schulsporthalle verweigert wurde, fand der Turnbetrieb im ehemaligen Lokal "Fischerhof" statt.
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1907 Das 100. Mitglied konnte begrüßt werden.

1913 Erwerb des Geländes des heutigen TSV Saxonia. Neben dem Turnsport waren jetzt auch Fuß- und Handball im Programm.

1914-1918 Im ersten Weltkrieg wurde der Saal der "Neuen Landwehrschränke" Übungsstätte. 1918 wurde Karl Behnsen Mitglied der FT

1921/22 Die FT erhielt ein neues Wiesengelände (den heutigen Platz vor dem Ausbau 1962).

1922 Arbeiterturnfest in Leipzig mit den FT.

1925 Teilnahme an der 1. Arbeiterolympiade in Frankfurt am Main.

1927 Internationales Fußballfreundschaftsspiel der FT – die im übrigem mehrfach die Endrunde um die Norddeutsche Meisterschaft erreichte – gegen Wien.

1929 Teilnahme am Turnfest in Nürnberg

1931 Karl Behnsen wird Vorsitzender des Bezirktages.

9.6.31 Die Jubilare um August Rehbock erhalten vom Arbeiter-, Turn- und Sportbund die silberne Bundesnadel.

1933 – 45 Doch die FT existierte weiter.

Ein Teil wurde vom MTV – heute TuS Ricklingen – aufgenommen, andere schlossen sich in der sog. "Staubwolke" zusammen.



Aus der Vereinsgeschichte
Der Jahre nach 1945 bis 2006.


Gleich nach Kriegsende – im Sommer 1945 – fanden sich die Sportskameraden August Schneider, August Rehbock, Friedrich Johannes, Wilhelm Mehrwald, Otto Beyer und Wilhelm Beckmann zusammen, um den 1933 verbotenen Verein "Freie Turnerschaft Ricklingen" seine ihm zustehende Rechte wieder zu verschaffen. Es ging hier in erster Linie um die Rückgabe des Sportplatzes am Mühlenholzweg, der zu jener Zeit im Besitz des Rugby-Vereins 1897 Linden war. Auf diese Bemühungen hin wurde der Platz dem Verein am 1. 10 .1945 wieder zuerkannt. Nach einer Verfügung der Militärregierung durften im Stadtgebiet Hannover 20 Vereine neu gegründet werden. Hierdurch war es auch im Stadtteil Ricklingen möglich, einen mehrere Sportarten umfassenden Verein ins Leben zu rufen.

Am 4. 11. 1945 fand im Ricklinger Vereinshaus eine Gründungsversammlung statt an der etwa 150 Sportkameraden teilnahmen. Als Versammlungsleiter fungierte August Rehbock. Nach grundsätzlichen Erläuterungen zum allgemeinen Neuaufbau des Sports von Karl Behnsen beschloss die Versammlung die Vereinsgründung unter dem Namen "Sportfreunde Ricklingen". Folgender Vorstand wurde gewählt: Karl Behnsen, Vorsitzender; Wilhelm Beckmann, Kassierer; Heinrich Bode, Schriftführer; Otto Beyer, technischer Leiter und Friedrich Johannes, Jugendleiter.

Die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der sportlichen Tätigkeit waren nunmehr gegeben. Der erste Spielbetrieb wurde aufgenommen mit der Fußball-Abteilung, die sich 1933 zum größten Teil dem damaligen MTV Ricklingen angeschlossen hatte und nach Neugründung des alten Vereins zu diesem zurückgekehrt war.

Der anfänglich kleine Spielbetrieb wurde zunächst auf dem heutigen Platz "Saxonia" durchgeführt, da unsere Sportanlage durch zwei große Bombentrichter unbespielbar war. Unser schönes Klubhaus war in der letzten Woche des Krieges in Flammen aufgegangen. So wurde der vom Verein 1897 Linden errichtete Bau käuflich erworben und zum provisorischen Gebrauch hergerichtet. Der endgültige Um- und Ausbau des Klubheimes war 1949 abgeschlossen. Die Einweihung dieses Hauses wurde festlich begangen.

Inzwischen hatte die Entwicklung des Vereins gezeigt, dass sich fast alle ehemaligen Mitglieder der "Freien Turnerschaft" dem neuen Verein wieder angeschlossen hatten. Die in der letzten Versammlung vor Auflösung der "Freien Turnerschaft" gesprochenen Worte: "Man kann einen Verein verbieten, aber seinen Geist nicht töten" waren bestätigt worden.

War auch der alte Geist der "Freien Turnerschaft nicht untergegangen, so war jedoch die Struktur des Vereins eine andere. Dies wurde bedingt durch den einheitlichen Aufbau der deutschen Sportorganisation, die bewusst auf eine soziologische Trennung, wie sie früher bestand, verzichtete. Diese Entwicklung wurde von uns sehr begrüßt, denn der Aufbau von Sportorganisationen aus anderen als aus sportlichen Motiven ist eine Maßnahme, die dem Sinn und Zweck des Sportes in jeder Hinsicht zuwiderläuft.

Der anfänglich kleine Spielbetrieb hatte sich durch den dauernden Anstieg der Mitgliederzahl einerseits und durch das organische Nachwachsen der Jugendmannschaften andererseits beträchtlich ausgeweitet. So zählte unsere Fußball-Abteilung zu den zahlenmäßig größten und in ihren Klassen zu den stärksten Vereinen Hannovers. Handball- und Leichtathletik-Abteilungen sind – im Gegensatz zu unserer großen Fußball-Abteilung – allerdings noch Schmerzenskinder des Vereins. Dieses ist aber zum größten Teil auf die völlig unzulänglichen Platzverhältnisse zurückzuführen, die schon seit Jahren einen vernünftigen Spielbetrieb – selbst in der Fußball-Abteilung – unmöglich machen. Es muß hier erwähnt werden, dass über 20 spielende Mannschaften auf nur einem Platz ihren Spielbetrieb durchführen müssen. Dadurch befindet sich die Platzanlage zwangsläufig in einem Zustand, der sowohl der Gesundheit der Spieler, als auch der Größe und Bedeutung unseres Vereins abträglich ist. Es ist wirklich an der Zeit, dass die Stadtverwaltung in dieser Richtung dem Stadtteil Ricklingen eine größere Aufmerksamkeit widmet. Es bleibt unser größter Wunsch, am Mühlenholzweg mit Hilfe der Stadt eine Sportanlage zu schaffen, die den Anforderungen des Vereins entspricht und vor allen Dingen der Ricklinger Jugend in weit größerem Maße die Möglichkeit gibt, sich sportlich zu betätigen.

Unsere Turnabteilung hatte sich in den vergangenen Jahren eine ideale Freiluft-Turnanlage geschaffen, auf der sie neben dem Turnhallenbetrieb in der Volksschule am Martenplatz ihren Turnbetrieb durchführten.

Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Sparten des Vereins geschieht im besten Einvernehmen. Es beseht keine Rivalität zwischen den einzelnen Sportarten des Vereins, denn es gibt keine ausgesprochenen Fußballer, Turner, Handballer oder Leichtathleten, sondern nur Sportfreunde. Dies ist nicht zuletzt das Verdienst der schon jahrelang tätigen Vereinsleitung und der verantwortlichen Sportfreunde in den einzelnen Sparten.

Dass wir heute auf ein 100 jähriges Bestehen des Vereins zurückblicken dürfen, ist ein Verdienst all derer, die im Laufe von Generationen oft unter großen persönlichen Opfern Vereinsarbeit geleistet haben. Es war und ist unser Bestreben, die Jugend im Sinne des "fair play" zu erziehen und sie dazu anzuhalten, diesen sportlichen Gedanken auch über ihr tägliches Leben zu stellen. Dieses wird auch in Zukunft unser größtes Anliegen sein.

Wir wollen mit anderen Vereinen in bester Harmonie und Kameradschaft der gleichen Sache dienen und durch die Pflege des Sportes mithelfen, dass sich die Menschen und Völker auf diesem Wege kennen- und verstehen lernen.

Die verantwortlichen Vorstandsmitglieder des Vereins in der Nachkriegszeit haben eine gesunde und schuldenfreie Entwicklung des Vereins gefördert und nach diesen Prinzipien gehandelt und versucht, allen Anforderungen gerecht zu werden.

Vorsitzender: Karl Behnsen ( von 1931 bis 1969)

1906 – 1981

75 Jahre Sportfreunde Ricklingen – Ein Menschenleben

Wer sich mit der Geschichte des Vereins befasst, muss zwangsläufig mit einem Ausflug in die politische Geschichte beginnen, um bei den meisten Vereinsmitgliedern Verständnis für die eine oder andere Station des Vereins zu wecken, die sie aus eigenem Erleben nicht erkennen.

Ausgangspunkt war die schnelle wirtschaftliche Entwicklung und damit zusammenhängend das schnelle zahlenmäßige Anwachsen der Arbeiterschaft, besonders im Zusammenhang mit der völlig unzureichenden wirtschaftlichen und sozialen Lage zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte gewann die Arbeiterbewegung allmählich eine politisch und wirtschaftlich feste Zielrichtung. Zur Durchsetzung ihrer Interessen schlossen sich die Arbeiter in Gewerkschaften und Arbeiterparteien zusammen. Ein Teil dieser Entwicklung waren auch die Arbeiter-Sportvereine, die sich 1893 im Arbeitersportbund zusammenschlossen.

Vor diesem Hintergrund trafen sich 1906 auf Initiative von August Rehbock auch in Ricklingen einige mutige Männer und gründeten die Freie Turnerschaft Ricklingen, den Vorläufer unseres heutigen Vereins.

Bereits ein Jahr später zählte der Verein an die 100 Mitglieder.

Nachdem zunächst überwiegend nur das Turnen im Vordergrund gestanden hatte, konnten wir 1913 zum Preis von 3000,-- RM das Gelände des heutigen TSV Saxonia übernehmen. Jetzt konnten auch Fußball und Handball ihren Einzug halten.

Diese positive Entwicklung erhielt aber schon einige Jahre später ihren ersten Rückschlag. Bedingt durch den verlorenen 1. Weltkrieg und die hohen Inflationsraten in den Jahren 1918-1923, mussten wir uns nach einem anderen Gelände umsehen, weil der Bauer Großkopf – Eigentümer einer Platzhälfte – Getreide anbauen wollte.

1924 gelang es endlich, den an den Fuhrwerksbesitzer Thomas verpachteten städtischen Platz zu übernehmen. Da dieser nur 200 Meter vom ursprünglichen Gelände entfernt lag, wurde beschlossen, das von der Metallarbeiter-Jugend erbaute alte Klubhaus umzusetzen. Nach dem erfolgten Umbau präsentierte sich unser Vereinsgelände so:

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Nicht nur der Arbeitersport allgemein – der Bund zählte nach der Novemberrevolution 1918 bereits über 1,5 Millionen Mitglieder und veranstaltete 1925 seine erste eigene Olympiade-, nein, auch unser Verein erlebte in den folgenden Jahren seinen ersten "Höhenflug". Internationale Begegnungen und sportliche Erfolge machten den Namen der Freien Turner Ricklingen weithin bekannt.

So waren wir nicht nur bei der 1. Arbeiterolympiade 1925 in Frankfurt am Main vertreten, sondern selbstverständlich auch bei den Festspielen des Turnerbundes (1922 in Leipzig)

Seit dem Jahre 1918 gehörte aber ein junger Mann namens Karl Behnsen zu den Mitgliedrn unseres Vereins, der 1924 das Amt des Jugendleiters übernahm und bereits 1931 wegen seiner Fähigkeiten zum Vorsitzenden des Bezirkstages berufen wurde. Ein Name, eine Persönlichkeit, die aus heutiger Sicht untrennbar mit unserer Vereinsgeschichte verbunden ist. Er erlebte unter der umsichtigen Vereinsführung von August Rehbock 1931 den vorläufig letzten Höhepunkt unseres Vereins, als den Jubilaren vom Arbeiter-, Turn- und Sportbund in Leipzig am 9. Juni die silberne Bundesnadel übersandt wurde.

Schon bald darauf begann das dunkelste Kapitel unserer Vereinsgeschichte.

Als 1933 die NSDAP an die Macht kam, war der Weg für den späteren Reichssportführer Hans v. Tschammer und Osten frei, die Idee seines "Führers" vom neuen Menschen zu verwirklichen. Bis 1935 waren nicht nur die Gewerkschaften, sondern ebenso die Arbeitersportbewegung zerschlagen.

Für unseren Verein kam das Aus bereits 1933. Vereinsmitglieder, die das Hissen der Hakenkreuzfahne auf dem Klubhaus verhindern wollten, wurden von der SA mit Gewalt vertrieben.

Aber dennoch – oder gerade trotzdem-, der Verein existierte weiter. Ein Teil der Fußballer wurde vom damaligen MTV – heute TuS Ricklingen – aufgenommen, andere schlossen sich in der "Staubwolke" zusammen, um die Gemeinschaft aufrecht zu erhalten; ein wahrhaft gefährliches Unterfangen.

Auch Karl Behnsen musste auf Grund seiner politischen Gesinnung in den Hindergrund treten; er eröffnete am 4. 11. 1945 aber bereits wieder die Gründungsversammlung,die ihn zum 1. Vorsitzenden unseres Vereins "Sportfreunde Ricklingen" wählte. 150 Teilnehmer waren zu dieser Versammlung bereits wieder anwesend.

War auch der alte Geist der "Freien Turnerschaft" nicht untergegangen, so war doch die Struktur des Vereins jetzt eine andere. Dies wurde bedingt durch den einheitlichen Aufbau der deutschen Sportorganisation, die bewusst auf eine soziologische Trennung, wie sie früher bestand, verzichtete. Diese Entwicklung wurde begrüßt, denn der Aufbau von Sportorganisationen aus anderen als aus sportlichen Motiven ist eine Maßnahme, die dem Sinn und Zweck des Sportes in jeder Hinsicht zuwiderläuft.

Unter der Aera Karl Behnsen, der den Vereinsvorsitz bis 1969 innehatte und von 1946-1971 auch Vorsitzender des Kreises bzw. Bezirks Hannover im NFV war, erlebte unser Verein fraglos seine größten Erfolge.

Bis 1950 hatten die Männer der (zweiten) 1. Stunde – Georg Böttger, Friedrich und Willy Johannes, Wilhelm Beckmann, Walter Schimeck, Willi Sorge und Hellmuth Böhme – alle Mannschaften die aktivste war. Die 1. Herren erkämpfte bereits im Spieljahr 1949/1950 den Aufstieg in die Verbandsklasse.

Handballer und Fußballer betrieben nebenher Leichtathletik, so dass unser Verein bis in die 50er Jahre regelmäßig an den Durchgängen zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft teilnehmen konnte. Auch die Turner waren zeitweise sogar noch mit einer Leistungsriege vertreten. Genau so wichtig aber war die Wiederherstellung und der Ausbau unseres zweiten Klubhauses, das wir nach der Wiedergründung (ursprünglich gehörte es dem Rugby-Verein Linden, der während des zweiten Weltkrieges Pächter unsers Sportgeländes war) übernehmen konnten. Alle Arbeiten wurden selbstverständlich in Eigenhilfe erledigt, und es war so gut gearbeitet worden, dass wir 25 Jahre auf unser heutiges Klubhaus warten mussten.

Trotz aller Erfolge fiel schon in die Festveranstaltung zum 50jährigen Vereinsjubiläum ein Wermutstropfen in den Freudenbecher, weil unsere Platzverhältnisse schon 1956 völlig unzureichend waren. Man stelle sich einmal vor: 20 spielende Mannschaften mußten sich einen! Platz teilen. Hier den Hebel anzusetzen, war das Gebot der Stunde. Dennoch bedurfte es noch gewaltiger Anstrengungen, bis hier Abhilfe erreicht werden konnte.

Es begann 1954 mit dem Gewinn des Niedersachsenpokals der 1. A-Jugend. Weiter hervorragende Leistungen der Jugendmannschaften und der 1. Herren mussten folgen, bis endlich 1958 der Aufstieg in die Amateur-Oberliga geschafft war. Wer erinnert sich nicht gern an das entscheidende Spiel gegen den VfR Osterode, das unsere "Erste" mit sage und schreibe 9:0 Toren gewann.

Jetzt wurde endlich der Hartplatz erstellt. Zwar war der Name Sportfreunde Ricklingen nun in aller Munde, doch bedurfte es weiterhin des starken Einsatzes von Karl Behnsen, bis endlich 1962 der neue Rasenplatz mit einem 6:2-Sieg gegen den WSV Wolfenbüttel eingeweiht werden konnte.

Damit waren eigentlich alle Weichen für eine kontinuierliche Weiterentwicklung gestellt, als sich unser Verein vor eine neue, einschneidende Belastungsprobe gestellt sah: der Kommerzialisierung des Sports.

Mit dem fortschreitenden Anstieg des Lebensstandards spielte das liebe Geld leider auch im Amateursport eine immer größere Rolle. Diese Entwicklung konnte und wollte unser Verein nicht mitgehen. Für einen so gradlinigen Mann wie Karl Behnsen war diese Richtung überhaupt kein Thema.

Hatte die Turnabteilung schon vor längerer Zeit Abschied vom Leistungsturnen nehmen müssen, mussten nun auch die Fußballer Tribut zollen. Mit der Zusammenlegung beider Amateuroberliga-Staffeln war die Rückkehr in die Verbandsliga unvermeidlich.

1969 erfolgte dann der gesundheitsbedingte Rücktritt von Karl Behnsen, der wie kein zweiter die Entwicklung des Vereins vorangetrieben hatte. Die Stunde der Bewährung für das neue Team Günter Borges – bis dahin langjähriger Geschäftsführer-, Friedel Most und immer noch Hellmut Böhme hatte geschlagen.

Konnte Hellmut Böhme für sich in Anspruch nehmen, dass sich in der Turnabteilung neben einem gesunden Breitensport im Prellball eine neue Spitzenmannschaft gebildet hatte, die seit Beginn der Bundesliga ununterbrochen angehört und in Stuttgart beim Deutschen Turnerfest Turniersieger wurde und diesen Erfolg 1978 in Hannover beinahe wiederholen konnte, war die Situation in der Fußballabteilung ungleich schwieriger.

Erfolgreicher war unser Verein dafür aber in anderer Beziehung. Nachdem das 1945 übernommene Klubhaus schon seit langem nicht mehr den Ansprüchen entsprach, konnten wir am 11. 10. 1974 das Richtfest unseres neuen Klubhauses feiern.

Am 14. 6. 1975 konnte Oberbürgermeister Schmalstieg zur Einweihung den Schlüssel überreichen und in einem Spiel zwischen Mitgliedern des Sportausschusses und des Sportamtes sowie einer Ricklinger Traditionsmannschaft auch sein sportliches Können unter Beweis stellen.


Sportfreunde Ricklingen v. 1906 e. V. – Beginn einer neuen Ära mit Höhen und Tiefen -.


Die strukturelle Weiterentwicklung ging zwar langsam aber stetig voran. Mussten sich bis dahin sage und schreibe 20 Mannschaften einen Sportplatz teilen, wurden 1961/62 endlich der Hartplatz und der heutige Rasenplatz gebaut. Das neue Stadion mit den Stehtribünen wurde mit einem 6 : 2 Erfolge über den WSV Wolfenbüttel erfolgreich eingeweiht.

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Der neue 1. Vorsitzende Günter Borges (bis dahin langjähriger Geschäftsführer) und Friedel Most als Hauptkassierer sorgten indes für eine kontinuierliche Fortsetzung der Entwicklung.

So konnte Oberbürgermeister Schmalstieg am 14.6.1975 zur Einweihung des neuen Klubhauses die Schlüssel überreichen und in einem Benefizspiel auch sein sportliches Können unter Beweis stellen. Auch Karl Behnsen konnte diesen Augenblick noch erleben, ehe sich am 27.9.1975 sein Lebensweg schloss.

Auf dem Gelände des ehemaligen Klubhauses und des dazugehörigen Parkplatzens wurden 1981/82 zwei Tennisplätze errichtet und so die Tennisabteilung ins Leben gerufen.

Der Dritte 1. Vorsitzende der Nachkriegszeit wurde Friedel Most. Unter seiner Aegide wurde das Ricklinger Stadion saniert und die neue Tribüne errichtet. Mit den weiteren Sitzplätzen auf der Ostseite verfügen die Sportfreunde nunmehr über ein echtes Schmuckkästchen. Die Einweihung erfolgte stilgerecht am 22.7.1994 mit einem Spiel gegen die Bundesligamannschaft von Schalke 04.

Um in der Fußballszene langfristig konkurrenzfähig zu bleiben, fehlt allerdings immer noch der zweite Rasenplatz. Sollte dieser irgendwann einmal Realität werden, wären die Sportfreunde gut aufgestellt.

Sportlich ging es mit den Sportfreunden nach der Wiedergründung rasant aufwärts. Wer von den älteren Vereinsmitgliedern erinnert sich nicht gern an die packenden Duelle auf der berühmt, berüchtigten schwarze Asche (Rasen gab es nur auf den Außenbahnen vor bis zu 1.200 Zuschauern, die teilweise in den Kastanienbäumen saßen. Schon 1954 gewann die 1. A¬ Jugend den Niedersachsenpokal. Die 1. Herren steigerte sich kontinuierlich, bis 1958 das entscheidende Aufstiegsspiel in die Amateur-Oberliga gegen den VFR Osterode erreicht worden war. Die Sportfreunde spielten sich hier förmlich in einen Rausch und gewannen mit 9 : 0 Toren.

Nach Jahren in der höchsten Amateurklasse spielte durch die zunehmende Kommerzialisierung das Geld auch im Amateurbereich eine immer größere Rolle. Dieser Entwicklung konnten Sportfreunde nicht folgen. Mit der Zusammenlegung der beiden Amateuroberliga-Staffeln war daher der Gang in die Verbandsliga vorgegeben.

Die Turnabteilung dagegen konnte sich durchsetzen. Interessante Vereinswettkämpfe fanden auf dem Turnplatz statt, auf dem sich Gerätehaus, Hochreck und Barren sowie ein Zuschauerrang befanden (heute befindet sich dort der Trainingsplatz). Konnte auch der Leistungssport nicht lange aufrecht erhalten werden, so konnte Hellmuth Böhme für sich in Anspruch nehmen, dass sich neben einem gesunden Breitensport im Prellball eine neue Spitzenmannschaft gebildet hatte.

Der zweite fußballerische Höhenflug nahm seinen Anfang 1984 mit der Verpflichtung von Rainer Behrends als Trainer. Nach schnellen Aufstiegen in die Bezirksoberliga und Landesliga erfolgte in der Saison 1990/91 der wohl bisher unvergessenste Versuch in die Niedersachsenliga aufzusteigen. Drei Tore fehlten am Ende der Saison um die punktgleichen Amateure von 1896 noch abzufangen. Alles Gemunkel, ob es hier wohl mit rechten Dingen zugegangen sei, änderte nichts an dem verpassten Aufstieg.

In der folgenden Saison wurden die Sportfreunde erstmals Verbandspokalsieger und erreichten die DFB-Pokalhauptrunde. Zum Aufstieg fehlten ärgerliche zwei Punkte. Dafür gewannen die Sportfreunde in der Saison 1992/93 nicht nur die Sympathien der Ricklinger sondern auch der hannoverschen Fußballfreunde.

In einem wahren Pokalkrimi wurde der SC Verl – Regionalliga-Süd – mit 5 : 4 Toren nach Verlängerung besiegt.

In der 3. Runde des DFB-Pokals kam der Zweitligist FC Chemnitz. Zwar unterlagen die Sportfreunde hier nach großem Kampf mit 0 : 2 Toren, hielten sich aber am Ende der Saison mit dem Aufstieg in die Verbandsliga Niedersachsen schadlos.

Sensationell auch die Erfolge beim DFB-Hallenmasters `93. Mit 4 : 3 gegen Schalke, 3 : 4 gegen Wattenscheid und 1 : 3 gegen 1896 verpasste man knapp das kleine Finale.

Auch der Verbandspokal wurde zum zweiten Mal in Folge an die Beeke geholt.

Aufgrund dieser Leistungen wurden die Sportfreunde – wenn auch überraschend – zur Mannschaft des Jahres 1993 gewählt.

Ähnlich erfolgreich war die Saison 1993/94. Am 25.8. stieg das DFB-Pokalspiel gegen den damaligen Erstligisten MSV Duisburg. Rund 5.000 Zuschauer sahen ein hoch dramatisches Spiel, dass die Sportfreunde äußerst unglücklich mit 0 : 1 Toren verloren. Dafür wurde die Qualifikation zur Oberliga Niedersachsen mühelos erreicht.

Die beiden folgenden Jahre brachten weitere Highlights:
Gewinn des Verbandspokals ( zum dritten Mal in Folge ),
Tribüneneinweihung gegen Schalke 04 (1 : 3 vor 3.500 Zuschauern),
Erreichen des kleinen Finales beim Gilde-Hallenmasters `95
Aufstieg in die Regionalliga Nord.

Leider verloren die Sportfreunde mit dem Aufstieg Trainer Rainer Behrends an den Lokalrivalen Arminia Hannover. In Ricklingen übernahm Dieter Schatzschneider das Kommando, der zwar sportlich gute Arbeit leistete, aber zu keiner Zeit einen richtigen Draht zu den Mitgliedern und den Fans fand.

Was bleibt aus drei Jahren Regionalliga?

Positiv ein neuer Zuschauer-Vereinsrekord mit 19.700 im ersten Pflichtspiel gegen Hannover 1896, zweimaliger Klassenerhalt trotz absolutem Minietat sowie die Erinnerung an viele hochinteressante Spiele und Begegnungen.

Negativ ein Abstieg mit der nominell wohl stärksten Mannschaft, unglückliche Verhandlungsführung mit Sponsoren und nicht eingehaltene Sponsorenzusagen sowie Querelen zwischen dem Vorstand und den wechselnden Managern, dies alles brachte eine beträchtliche Verschuldung des Vereins. Die Insolvenz des Vereins konnte nur durch den Forderungsverzicht einiger Gläubiger und den von Friedel Starke gegründeten Finanzpools abgewendet werden. Die Abtragung dieser Altlasten hemmt den Verein noch heute in seiner weiteren Entwicklung..

Die weiteren Abstiege bis in die Landesliga in den letzen Jahren sind mit dem eingeschlagenen Konsolidierungskurs zu erklären.
Als Fazit bleibt aber auch die Erkenntnis, dass die Regionalliga ohne Übertreibung die dritte Profiliga darstellt und für einen Stadtteilverein ohne potente Hauptsponsoren nicht finanzierbar ist.

Die Gegenwart

Nach dem beruflich bedingtem Rücktritt von Claus-Dieter Schacht hat Bernd Meier im März 06 den 1. Vorsitz übernommen.

Die 1. Herren ist im Jahr des 100 jährigen Bestehen unter Trainer Rainer Behrends in die Niedersachsenliga-West aufgestiegen, die A + B- Junioren spielen in der Bezirksoberliga und die C- Junioren in der Bezirksliga.


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